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nach.
Rebsorten in Deutschland
In den nördlichen Ländern des Weinbaus formen Boden,
Klima, Rebsorte
und das Können des Kellermeisters den Wein und geben ihm seine Art.
Den Grundcharakter bestimmt jedoch unbedingt die Rebsorte.
In Deutschland darf Weißwein ausschließlich aus Weißweintrauben
und Rotwein nur aus Rotweintrauben
hergestellt werden. Es folgt
nun ein kleiner Überblick über die wichtigsten
Trauben in Deutschland:
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Riesling
Deutschlands beste Rebe braucht wohl Wärme und viel
Licht, aber auch Kühle zwischendurch. Keine andere
Sorte reift so spät, oft erst im November. Die besten
Standorte hat er an den steilen Schieferhängen an
Mosel und Rhein. Der Riesling bringt feinste, rassige
Weine hervor. Er eignet sich besonders zu langer
Lagerung. Spitzenweine bleiben jahrzehntelang frisch.
Silvaner
In der Mitte des letzten Jahrhunderts die am meisten
angebaute Rebe Deutschlands. Sie wurde damals auf
Masse getrimmt und lieferte einen manchmal groben
Wein. In den Sechzigern musste der Silvaner an
vielen Orten dem Müller-Thurgau weichen, findet
heute aber wieder mehr Interesse. Silvanerweine
sind an sich neutral, doch der Geschmack spiegelt
deutlich den Boden des jeweiligen Anbaugebietes
wider. Daher sind wertvolle selbstständige Weine
nur in guten Lagen zu erreichen. Am besten gedeiht
er in Franken und Rheinhessen. In guten Jahren
entstehen liebliche, feinfruchtige Weine, deren
Haltbarkeit begrenzter ist als die des Rieslings.
Bei hoher Reife ist ein Honig-Ton typisch.
Müller-Thurgau
Deutschlands meist angebaute Rebe wurde
fälschlicherweise für eine Kreuzung aus Riesling
und Silvaner gehalten. Viele hielten die Rebe für
einen minderwertigen Massenträger. Dabei lassen
sich aus der Traube wohlschmeckende Weine mit
zartem Muskat-Aroma erzeugen. Nur braucht die
Rebe dafür eine gute Lage und muss ständig
zugeschnitten werden. Die besten Standorte sind
Höhenlagen, an der Tauber, am Steigerwald,
am Bodensee und im Trentino. Oft schmecken
Müller-Thurgau-Weine jung getrunken am besten.
Traminer
Das berauschende Parfüm von Wildrosen läßt die
Winzer aller Welt am Traminer festhalten, obwohl
er launisch ist und nur wenig trägt. Seine Heimat ist
wahrscheinlich Südtirol, wo er noch sehr verbreitet ist.
Der Gewürztraminer, noch üppiger duftend, ist die
Parade-Sorte des Elsaß. Der hocharomatische, dichte,
goldgelbe Wein schmeckt am besten zu würzigem Käse.
Grauburgunder
(Ruländer)
Als Ruländer trat die Sorte einen Siegeszug am
badischen Kaiserstuhl an. Die etwas süßlichen
Weine waren lange beliebt, doch dann stockte der
Absatz. Die Badener begannen, die Trauben etwas
früher zu ernten und bekamen einen weniger süßen
Wein. Dieser Wein wurde Grauburgunder genannt.
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Scheurebe
Diese Rebsorte wurde aus Silvaner und Riesling gezüchtet. Reife Scheurebe-
weine haben eine rassige Säure und erinnern im Aroma an schwarze
Johannisbeeren. Scheurebe-Auslesen sind eine besondere Spezialität.
Huxelrebe
Diese Züchtung liefert bei vernünftigem Anbau rassige, reife Weine
mit
feinem Muskat-Aroma. Die edelsüße Beerenauslese ist hervorragend.
Die Hauptverbreitungsgebiete sind Rheinhessen, Pfalz und Nahe.
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Rotweintrauben
Spätburgunder
Die Rebe mit den violett-blauen Trauben ist Stamm-
vater der großen Pinot-Familie (Weißburgunder,
Chardonnay, Ruländer ...). Der Spätburgunder passt
sich geschickt an seine Umgebung an und liefert
einen der elegantesten Rotweine, mit einem zarten
Brombeer-Ton, z.B. an den Schieferhängen der Ahr.
Höchstform erreicht der Spätburgunder an seinem
Stammplatz Burgund unter dem Namen pinot noir.
Portugieser
Der Name ist irreführend, denn die frühreife, reichlich
tragende Rebe ist nie in Portugal gefunden worden,
stammt vielmehr aus dem Raum Österreich-Ungarn,
wo sie auch heute noch verbreitet ist. Der in den 70er
Jahren in Deutschland führende Rotwein macht immer
mehr dem besseren Spätburgunder Platz. Bei nicht so
hohem Ertrag kann die Rebe einen angenehmen,
süffigen Tropfen liefern, der an Heidelbeeren erinnert.
In der Pfalz wird er meist als Rosé angeboten
Lemberger (Blaufränkisch)
Die auch Limberger genannte Traube gilt als beste
rote Sorte in Württemberg. Wenn der Wein gelingt,
ist er rund und angenehm, mit ein wenig Gerbstoff
gefüllt. Früher diente der Lemberger dazu, im
Verschnitt manch saurem und mageren Trollinger
aufzuhelfen. Heimat und wichtigstes Anbaugebiet
der Rebe ist Österreich, vor allem das Burgenland.
Trollinger
Die zu hohem Ertrag neigende Rebe bringt in der
Regel einen blassroten Schoppen, arm an Gerbstoff
und Inhalt. Allerdings besitzt ein gelungener
Trollinger (eigentlich Tirolinger) feine Erd-Aromen
und eine hübsche Säure. In Württemberg und
in
seiner Heimat Südtirol (dort Vernatsch genannt)
ist die Sorte bei Winzern und Genießern beliebt.
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Dornfelder
Die rote Rebsorte ist eine Kreuzung zwischen Helfensteiner und
Heroldrebe aus dem Jahr 1955. Die starkwüchsige Rebe erbringt
hohe Erträge. Die dickschaligen Beeren ergeben farbkräftige, körper-
und tanninreiche Rotweine mit fruchtigem, an Sauerkirschen erinnernden
Geschmack. Der Wein ist für Barrique-Ausbau gut geeignet und lagerfähig.
Dornfelder ist in den Anbaugebieten Pfalz, Rheinhessen, Württemberg
und Nahe verbreitet. Die Tendenz zum Anbau von Dornfelder ist steigend.
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