Weinjahrgang 2003

2003 war für den Weinbau in Europa ein extrem heißes, trockenes Jahr. Die Trauben erreichten sehr früh eine hohe Reife. Es war bei der Trockenheit jedoch schwierig, die Entwicklung der Aromen und eine ungewollt schnelle, deutliche Minderung der Säurewerte in ein Gleich­gewicht zu bringen. Je nach Mikro­klima, Bodenart und angestrebtem Ertrag gab es daher Unter­schiede, ob angenehme, früh zugängliche, reife Weine oder großartige, extrakt­reiche Weine mit viel Lager­potential erzeugt werden konnten. Weingüter, die das knappe Wasser in den Weinbergen für eine reduzierte Trauben­menge einplanten, hatten in mehreren Regionen die Chancen für ein ausge­zeichnetes Qualitäts­niveau. In Deutschland gab es im Sommer Temperaturen bis zu 40°C und 8 Wochen mit kaum einem Tropfen Regen. Daher war eine Bewässerung in den Weinbergen erlaubt, allerdings hatten nur wenige Weingüter die Möglichkeit, die relativ teuren Systeme einer Tröpfchen­bewässerung zu nutzen. Mit dem Motto “Qualität vor Quantität” konnten gute bis über­ragende Weine erzeugt werden, besonders in den Anbau­gebieten Ahr, Baden und Mosel. In Österreich war 2003 ein Spitzen­jahr für Rotweine. Es wurden relativ wenige, aber hervor­ragende edelsüße Weine produziert. Dies galt auch für Tokajer in Ungarn. In Frankreich erfolgte die Weinlese zumeist viel früher als gewöhnlich. Insgesamt konnten gute Qualitäten erzeugt werden und dort wo es möglich war, eine ausgewogene Struktur für die Weine zu erreichen, war das Qualitäts­niveau sehr hoch. Dies galt in Bordeaux eher für Anbauzonen im Haut‑Médoc, besonders in Pauillac, Saint-Estèphe und Saint-Julien, für Saint-Émilion (mit schwereren Kalkstein­böden) und Sauternes, in Burgund allgemein für voll­mundige, frucht­betonte Rotweine und für das Anbau­gebiet Rhône, wo mancherorts großartige, extrem reich­haltige Weine produziert wurden, vor allem in den Weinbergen von Hermitage. In Italien und Spanien war 2003 ein guter Jahrgang für reife, schwere Weine, jedoch vielerorts mit einer Tendenz zur Überreife, ohne das Gerüst für komplexe, sehr langlebige Spitzenweine. Es war ein ausge­zeichnetes Jahr für Portweine. 2003 war ein sehr guter Jahrgang in Kalifornien, aber die Weine wurden zumeist früher trinkreif und weniger viel­schichtig als in den besten Jahren.

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Gute Weine aus dem extrem heißen Jahrgang 2003 sind eine schöne Geschenkidee.