Rheinhessen

Rheinhessen im Bundesland Rheinland-Pfalz ist das größte deutsche Anbaugebiet. Etwa ein Fünftel der Gesamtfläche Rheinhessens wird für den Weinbau genutzt. Der Name stammt aus der Zeit von 1816 bis 1919 als Provinz des Großherzog­tums Hessen. Der Rhein begrenzt das Gebiet im Norden und Osten, mit dem Rheinknie bei Bingen, über Mainz bis Worms im Süden. Auf der linken Rheinseite erstreckt sich das Rhein­hessische Hügelland (Land der 1000 Hügel) etwa bis Alzey. Die Anbau­gebiete Pfalz (südlich), Nahe (westlich bei Bad Kreuznach) und Rheingau (nördlich am anderen Rheinufer) sind angrenzend. Rheinhessen gehört zu den wärmsten deutschen Anbau­gebieten. Geschützt durch die Berge von Odenwald und Taunus herrscht ein mildes Klima, das für den Weinbau nahezu optimal ist. Löss ist das haupt­sächliche Ausgangs­gestein in Rheinhessen, für den Weinbau sind unter anderem auch die Bodenarten Sand, Mergel, Kalkstein, Ton und Rotliegend von Bedeutung. Rheinhessen gehört zu den Regionen mit relativ wenig Niederschlag, aber vielerorts sorgt eine tiefe Lössdecke sowie Mergel- und Tonböden für einen guten Wasser­haushalt. Das Anbaugebiet ist in die Bereiche Bingen, Nierstein und Wonnegau mit 24 Großlagen und 434 Einzellagen gegliedert. Nur vier Gemeinden in Rheinhessen betreiben keinen Weinbau auf der eigenen Gemarkung. Viele Spitzenlagen gehören zur Rheinfront um Nackenheim, Nierstein und Oppenheim im Zentrum des Bereiches Nierstein. Am Roten Hang zwischen Nackenheim und Nierstein befinden sich die bekanntesten Steillagen Rheinhessens. Die namens­gebenden roten Schieferböden (Rotliegend) sind vor allem mit Riesling bestockt.

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