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Château Lestage Simon ist ein sehr gutes Weingut in der Gemeinde Saint-Seurin-de-Cadourne (Haut‑Médoc, Bordeaux), nahe der Anbauzone Saint‑Estèphe. Es wurde stark geprägt von dem 2001 verstorbenen Charles Simon, der ein echter Charakter war. Der eigensinnige Winzer von eher schmächtiger Statur war bekannt für sein forsches Auftreten. Sein Großvater erwarb 1930 eine Rebfläche von 5 Hektar des damaligen Château Lestage und der Name Simon wurde von seinem Vater hinzugefügt. In der Folgezeit entstand ein gutes Weingut, das in die Güteklasse der Cru Bourgeois eingestuft wurde. Charles übernahm die Leitung des Weingutes 1972 und nahm bedeutende Veränderungen vor. Der Landbesitz wurde umstrukturiert, sodass neue Weingärten entstanden, bis zu einer Gesamtrebfläche von rund 40 Hektar in 5 Blöcken. Charles Simon traf die damals umstrittene, für das Haut‑Médoc ungewöhnliche Entscheidung, einen deutlichen Hauptanteil mit Merlot zu bepflanzen und nur relativ wenig mit Cabernet Sauvignon. Dies erwieß sich aber als besonders gut passend zu dem Terroir von Château Lestage Simon mit verschiedenen Varianten der Bodenkomponenten Lehm, Kalkstein, Kies und Sand. In der Nähe des Gironde-Ufers dominieren tiefgründige Kiesböden und auf den weiter entfernten Plateaus Kalksteinböden. Charles Simon, der auch eine Leidenschaft für gutes Essen hatte, nahm in den 1990ern an Veranstaltungen mit bekannten Michelin-Sterneköchen teil, wo sein Merlot-dominierter Rotwein oftmals gemeinsam mit einer hochwertigen Auswahl von Grands Crus serviert wurde. Der trockene, in Eichenfässern gereifte, langlebige Rotwein gilt als harmonisch und reichhaltig, hauptsächlich geprägt von dem weichen, fruchtigen Merlot-Charakter. Château Lestage Simon erhielt häufig Auszeichnungen und wird zur Oberklasse der Cru Bourgeois gezählt. Die Nachfahren von Charles Simon haben das Weingut verkauft und heutzutage gehört es zu den Weingütern des Weinhauses Crus et Domaines de France. 2010 wurde der berühmte Weinmacher Michel Rolland als Berater engagiert, um jeden Produktionsschritt weiter zu optimieren. Eine größere Anzahl von Parzellen wird separat gepflegt, entsprechend des Terroirs unterscheiden sich auch die Reifezeiten der Trauben. Seit 2019 ist die naturschonende Bewirtschaftung zertifiziert.