Luigi Calissano

Luigi Calissano (1830-1913) war eine wichtige Persönlich­keit für den Weinbau und Weinhandel in und um die Stadt Alba in Piemont. Calissano war bereits ein angesehener Geschäftsmann, als er 1872 mit der Wein­produktion begann. Der Erfolg stellte sich bereits früh ein und Calissano gründete seine eigene Wein­kellerei im Gebäude Casa Richiardi. Sein Gespür für neue Möglich­keiten führte auch zur Produktion von Schaum­weinen nach franzö­sischem Vorbild. Der erste Export von 50 großen Fässern zur franzö­sischen Firma Terrier mit der Eisenbahn war ein ungewöhn­liches Ereignis für Alba. 1883 entschied sich Luigi Calissano für eine Expansion als Wein­produzent, obwohl er bis 1892 weiterhin auch noch Eisen­händler war. Unmittelbar angrenzend an Alba kaufte er eine große Landfläche und es wurde eine damals imposante Wein­kellerei errichtet, die 1885 den Betrieb startete und bis 1897 komplett fertig­gestellt wurde. In der Zwischen­zeit wurden von seinen drei Söhnen auch Nieder­lassungen in Genua, Mailand und Turin eröffnet und 1891 wurde “Luigi Calissano e Figli” offiziell als Firmenname eingetragen. Genua war strategisch wichtig für den Start von Handels­beziehungen mit dem amerika­nischen Markt. Mit zunehmendem erfolg­reichen über­regionalen und inter­nationalen Handel wurde Calissano auch ein wichtiger Botschafter für die Weine der Langhe-Region und die Stadt Alba. Wichtig für den Erfolg war der Fokus auf Qualität statt Quantität, was zu dieser Zeit eine mutige Entscheidung war, denn der Weinbau galt damals nicht als sehr lukrativ. Erst durch die Weltwirt­schafts­krise von 1929 und die Prohibition in der USA wurde der anhaltende Aufstieg des Unter­nehmens gestoppt und es entstanden finanzielle Schwierig­keiten. Der zweite Weltkrieg brachte weitere Probleme mit sich und in der schwierigen Nachkriegs­zeit konnte nicht mehr an die besten Handels­zeiten von Calissano angeknüpft werden, obwohl das Sortiment auch weiterhin Spitzen­weine aus Piemont umfasste. Es folgten Besitzer­wechsel, bevor letzt­endlich in den 1980er Jahren die Wein­kellerei in Alba geschlossen wurde. Sie war für Jahrzehnte der größte Betrieb der Stadt. Heutzutage erinnert das stilvolle Hotel Calissano, das auf dem Grundstück der ersten Kellerei entstand, auch an das einst so erfolg­reiche und renommierte Weinhandels­haus in Alba. Auf Hof- und Landgütern von Calissano (Bricco Castelletto, Bricco Mira Langa, Cascina Miralanga) wurde auch in den folgenden zwei Jahrzehnten noch hochwertiger Barolo erzeugt, aber die Flaschen­abfüllung erfolgte in anderen Kellereien, unter anderem Cantina Gi Erre in Castiglione Falletto.

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