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Weininfo

Jahrgangswein Nr. 198502

1985, Château Dassault, Grand Cru Classé, Saint‑Émilion, Bordeaux.
Flaschenvolumen: 0.75 l
Füllstand: base of neck (ausgezeichnet für das Alter)
Info-Bild Füllstand
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Alkoholgehalt: keine Angabe (ca. 12.5%vol)
Flaschenpreis: 69,00 €

1985, Château Dassault, Grand Cru Classé

Château Dassault ist ein sehr gutes Weingut in der Anbauzone Saint‑Émilion im Anbau­gebiet Bordeaux. Es liegt etwas nördlich der Weinstadt Saint‑Émilion auf dem sehr geschätzten Plateau mit Böden aus Kalkstein, Lehm, Sand und ein wenig Eisen. Das Weingut wurde in den 1860er Jahren als Château Couperie gegründet und hatte im Laufe der Jahrzehnte wechselnde Besitzer, bis es 1955 von Serge Dassault (Milliardär aus der Luftfahrt­branche) erworben wurde. Das hohe Qualitäts­streben führte 1969 zu einer Einstufung in die hohe Güteklasse der Grand Cru Classé von Saint‑Émilion. Innovationen und Tradition wurden auch nachfolgend erfolgreich verknüpft und erstklassige Fachleute engagiert, besonders Michel Rolland (sehr renommierter Weinmacher) seit 1975 als Berater. Heutzutage umfasst die Rebfläche rund 25 Hektar. Etwa drei Viertel sind mit der Hauptsorte Merlot bepflanzt. Desweiteren werden Cabernet Franc und ein wenig Cabernet Sauvignon angebaut und für die hochwertige Mischung verwendet. Die Reben sind im Durch­schnitt rund 35 Jahre alt. Die Weinlese erfolgt per Hand und das Lesegut der jeweiligen Parzellen wird auf dem Weingut sorgfältig selektiert und zunächst separat verarbeitet. Die nachfolgende Reifezeit in Barriques aus franzö­sischer Eiche dauert bis zu 18 Monate. Château Dassault ist üblicher­weise ein reich­haltiger, trockener Rotwein mit komplexen, frucht­betonten Aromen. Der Zweitwein aus jüngeren Reben heißt Le 'D' de Dassault. Zu den “Dassault Wine Estates” gehören auch die Grand-Cru-Classé-Weingüter Château Faurie de Souchard und Château La Fleur.

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Die rote Rebsorte Merlot stammt aus Frankreich und gehört zu den noblen Rebsorten. Sie ist seit Jahr­hunderten bekannt und wurde 1784 im Bereich Libournais erstmals als Merlot dokumenta­risch erwähnt. Der Name bezieht sich auf die Amsel (merle), die Merlot gerne nascht. Die Sorte hatte damals bereits eine große Bedeutung für den franzö­sischen Weinbau und belegt heutzutage den größten Anteil der Rebflächen in Frankreich. In den Bordeaux-Bereichen Pomerol und Saint‑Émilion ist Merlot die Hauptsorte der großen Rotweine und im Médoc Verschnitt­partner von Cabernet Sauvignon. In Pomerol werden aus Merlot die berühmten Rotweine der Weingüter Château Pétrus und Château Le Pin nahezu sortenrein gekeltert. Diese zählen zu den besten und teuersten Rotweinen der Welt. Merlot ist auch in Übersee populär und wird in Kalifornien nach Chardonnay und Cabernet Sauvignon am häufigsten angebaut. Die früh reifenden Trauben erbringen fruchtige, körper­reiche und vollmundige Weine. Merlot wird häufig als optimale Ergänzung zu Cabernet Sauvignon verwendet, da die Merlot-Trauben weniger Tannine und Säure enthalten und somit als abmildernder Faktor wirken. Sortenreine Merlot-Roweine sind im Vergleich dazu zumeist etwa früher genussreif, aber die körper­reichen Spitzen­weine können auch Jahrzehnte gelagert werden.

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Der Bereich Saint-Émilion mit rund 5500 Hektar Rebfläche liegt im Osten des Anbau­gebietes Bordeaux. Der Name der kleinen Stadt Saint‑Émilion bezieht sich auf den Mönch Aemilianus, der im 8. Jahr­hundert in einer Ermitage (Einsiedelei) auf dem heutigen Anwesen von Château Laniote lebte und in der Umgegend als wundertätig galt. Saint‑Émilion ist auch eine Station auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Die ersten Wein­gärten wurden von den Römern angelegt. Saint‑Émilion wurde 1999 als erste Weinbau­zone von der UNESCO zum Weltkultur­erbe ernannt. Das Klima ist kontinentaler und nicht so maritim geprägt wie im westlich liegenden Médoc und weist auch größere Temperatur­schwankungen auf. Das Gebiet ist von einer Vielfalt von Bodentypen geprägt, teilweise sogar innerhalb einzelner Lagen. Diese Böden führen naturgemäß auch zu unterschied­lichen Weinstilen. Die rund 1000 Wein­güter erzeugen überwiegend Rotweine, nur diese haben den Appellations-Status. Die vollmundigen, körper­reichen Rotweine werden haupt­sächlich aus Merlot (belegt rund 60% der Rebfläche) und einem kleineren Anteil Cabernet Franc oder auch Cabernet Sauvignon produziert. Zumeist erfolgt der Ausbau in neuen Barriques. Die Rotweine aus Saint‑Émilion sind typischer­weise etwas weicher und weniger tannin­betont als jene aus dem Médoc. 1954 erfolgte eine Saint‑Émilion-Klassi­fizierung der besten Weingüter. Im Abstand mehrerer Jahre wird die Einstufung in den vier Grand‑Cru-Klassen überprüft. Premier Grand Cru Classé A ist die höchste Bewertung. Château Ausone und Château Cheval Blanc gehörten bis 2022 immer zur heraus­ragenden Klasse, aber sie verzichteten auf eine weitere Bewerbung für das Güteklassen-System. Premier Grand Cru Classé B ist eine weitere Einstufung in der Spitzen­klasse. Die exklusive Gruppe der Spitzen­weingüter ist klein. Es folgt die Stufe Grand Cru Classé für weitere ausge­zeichnete Weingüter. Darunter sind die Grand‑Cru-Lagen eingestuft mit Qualitäts­vorgaben, die etwas über der kommunalen Güteklasse der Appellation Saint‑Émilion liegen. Das Qualitäts­niveau in der Anbauzone ist insgesamt sehr gut.

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