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Jahrgangswein Nr. 199705

1997, Château Lestage Simon, Cru Bourgeois, Haut‑Médoc, Bordeaux.
Flaschenvolumen: 0.75 l
Füllstand: into neck (perfekt)
Info-Bild Füllstand
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Alkoholgehalt: 13%vol
Flaschenpreis: 46,00 €

1997, Château Lestage Simon, Haut‑Médoc

Château Lestage Simon ist ein sehr gutes Weingut in der Gemeinde Saint-Seurin-de-Cadourne (Haut‑Médoc, Bordeaux), nahe der Anbauzone Saint‑Estèphe. Es wurde stark geprägt von dem 2001 verstorbenen Charles Simon, der ein echter Charakter war. Der eigensinnige Winzer von eher schmächtiger Statur war bekannt für sein forsches Auftreten. Sein Großvater erwarb 1930 eine Rebfläche von 5 Hektar des damaligen Château Lestage und der Name Simon wurde von seinem Vater hinzugefügt. In der Folgezeit entstand ein gutes Weingut, das in die Güteklasse der Cru Bourgeois eingestuft wurde. Charles übernahm die Leitung des Weingutes 1972 und nahm bedeutende Veränderungen vor. Der Landbesitz wurde umstruk­turiert, sodass neue Weingärten entstanden, bis zu einer Gesamt­rebfläche von rund 40 Hektar in 5 Blöcken. Charles Simon traf die damals umstrittene, für das Haut‑Médoc ungewöhn­liche Entscheidung, einen deutlichen Haupt­anteil mit Merlot zu bepflanzen und nur relativ wenig mit Cabernet Sauvignon. Dies erwieß sich aber als besonders gut passend zu dem Terroir von Château Lestage Simon mit verschiedenen Varianten der Boden­komponenten Lehm, Kalkstein, Kies und Sand. In der Nähe des Gironde-Ufers dominieren tief­gründige Kiesböden und auf den weiter entfernten Plateaus Kalkstein­böden. Charles Simon, der auch eine Leidenschaft für gutes Essen hatte, nahm in den 1990ern an Veran­staltungen mit bekannten Michelin-Sterneköchen teil, wo sein Merlot-dominierter Rotwein oftmals gemeinsam mit einer hochwertigen Auswahl von Grands Crus serviert wurde. Der trockene, in Eichen­fässern gereifte, langlebige Rotwein gilt als harmonisch und reichhaltig, hauptsächlich geprägt von dem weichen, fruchtigen Merlot-Charakter. Château Lestage Simon erhielt häufig Auszeich­nungen und wird zur Oberklasse der Cru Bourgeois gezählt. Die Nachfahren von Charles Simon haben das Weingut verkauft und heutzutage gehört es zu den Weingütern des Weinhauses Crus et Domaines de France. 2010 wurde der berühmte Weinmacher Michel Rolland als Berater engagiert, um jeden Produktions­schritt weiter zu optimieren. Eine größere Anzahl von Parzellen wird separat gepflegt, entsprechend des Terroirs unterscheiden sich auch die Reifezeiten der Trauben. Seit 2019 ist die natur­schonende Bewirt­schaftung zertifiziert.

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Die rote Rebsorte Merlot stammt aus Frankreich und gehört zu den noblen Rebsorten. Sie ist seit Jahr­hunderten bekannt und wurde 1784 im Bereich Libournais erstmals als Merlot dokumenta­risch erwähnt. Der Name bezieht sich auf die Amsel (merle), die Merlot gerne nascht. Die Sorte hatte damals bereits eine große Bedeutung für den franzö­sischen Weinbau und belegt heutzutage den größten Anteil der Rebflächen in Frankreich. In den Bordeaux-Bereichen Pomerol und Saint‑Émilion ist Merlot die Hauptsorte der großen Rotweine und im Médoc Verschnitt­partner von Cabernet Sauvignon. In Pomerol werden aus Merlot die berühmten Rotweine der Weingüter Château Pétrus und Château Le Pin nahezu sortenrein gekeltert. Diese zählen zu den besten und teuersten Rotweinen der Welt. Merlot ist auch in Übersee populär und wird in Kalifornien nach Chardonnay und Cabernet Sauvignon am häufigsten angebaut. Die früh reifenden Trauben erbringen fruchtige, körper­reiche und vollmundige Weine. Merlot wird häufig als optimale Ergänzung zu Cabernet Sauvignon verwendet, da die Merlot-Trauben weniger Tannine und Säure enthalten und somit als abmildernder Faktor wirken. Sortenreine Merlot-Roweine sind im Vergleich dazu zumeist etwa früher genussreif, aber die körper­reichen Spitzen­weine können auch Jahrzehnte gelagert werden.

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Das Médoc ist eine Region im Anbau­gebiet Bordeaux. Die dreiecksförmige Halbinsel liegt zwischen dem Atlantik und dem Mündungs­trichter Gironde, der durch den Zusammen­fluss von Garonne und Dordogne gebildet wird. Die Weinberge befinden sich auf einem etwa 80 km langen und 2 bis 5 km breiten Streifen entlang der Gironde, im Süden entlang der Garonne. Das Gebiet wurde früher auch “La Petite Hollande” genannt, weil holländische Fachleute im 17. Jahr­hundert wichtige Dienste für die Trocken­legung und Nutzbarkeit der Böden geleistet haben. Später wurden viele Weingärten angelegt und oftmals zu größeren Weingütern zusammen­gefasst. Das Médoc ist eines der besten Rotwein-Gebiete der Welt. Das milde Klima und viele Weinberge mit tief verwurzelten Rebstöcken auf kargen Kiesböden mit einem guten Wasser­abzug sind sehr vorteilhaft für hohe Qualitäten. Die Region mit einer Gesamt­rebfläche von etwa 15400 Hektar ist in die zwei subregionalen Appellationen Bas‑Médoc (nördlich) und Haut‑Médoc (südlich) unterteilt. Im Haut‑Médoc sind die Weine vielerorts durch besonders kieshaltige Böden noch etwas höher einzustufen, da sie oft mehr Rasse und Finesse haben. Die tanninreichen, fruchtigen, trockenen Rotweine werden vor allem aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon (zumeist Hauptsorte), Merlot und etwas Cabernet Franc im sogenannten Bordeaux-Verschnitt erzeugt. Die Gemeinden Margaux, Pauillac, Saint‑Estèphe, Saint‑Julien, Listrac‑Médoc und Moulis haben im Haut‑Médoc jeweils eine eigene, kommunale Appellation. Besonders in den vier erst­genannten Anbau­zonen werden heraus­ragende Grands Crus (Große Gewächse) produziert. Dazu gehören die welt­bekannten Premier‑Cru-Rotweine der Weingüter Château Lafite-Rothschild, Château Latour, Château Mouton-Rothschild und Château Margaux. Im Bas‑Médoc ist der Merlot-Anteil größer als im Haut‑Médoc. Zumeist wird im nördlichen Médoc nicht “Bas‑Médoc”, sondern “Médoc” als Appellation angegeben. Viele der großartigen Weingüter im Médoc haben auch bemerkens­werte Bauwerke.

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