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2001, Château Ferran, Appellation Contrôlée, Pessac‑Léognan, Graves, Bordeaux.
Auszeichnung: Goldmedaille Paris 2003.
Flaschenvolumen: 0.75 l
Füllstand:
etwa into neck (ausgezeichnet)

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Alkoholgehalt: 13%vol
Flaschenpreis: 45,00 €
Château Ferran ist ein Weingut in der Gemeinde Martillac, im Südwesten der Stadt Bordeaux, in der Anbauzone Pessac‑Léognan im Bereich Graves im Anbaugebiet Bordeaux. Schon seit dem 18. Jahrhundert gibt es Weingärten auf dem 70 Hektar großen Landgut, das mit Wäldern und Wiesen eine große ökologische Vielfalt bietet. Die Familie Béraud-Sudreau achtet sehr auf eine nachhaltige, naturschonende Bewirtschaftung. Château Ferran ist bereits seit 1880 im Familienbesitz. Die Rebfläche umfasst 22 Hektar auf Lehm-Kalkstein-Böden. Der Großteil ist mit roten Rebsorten bepflanzt. Neben der Hauptsorte Merlot werden kleine Anteile Cabernet Sauvignon und etwas Petit Verdot angebaut und für die Mischung verwendet. Der qualitätsvolle, in Eichen-Barriques gereifte rote Château Ferran ist der “Grand Vin” des Sortiments. Typisch ist ein reichhaltiger, langlebiger, trockener Rotwein mit feinen Aromen und geschmeidigen Tanninen. Etwa 5 Hektar sind mit der weißen Hauptsorte Sauvignon Blanc sowie Sémillon bestockt für den sehr guten fruchtbetonten, trockenen Weißwein Château Ferran Blanc.
Der Bereich Graves im Anbaugebiet Bordeaux hat eine sehr lange Weinbau-Historie. Die Römer haben hier bereits im 1. Jahrhundert Reben kultiviert. Das uralte, sehr gute Weingut Château Pape Clément wurde etwa im Jahr 1300 vom späteren Papst Clemens V. gegründet. Der Name Graves stammt aus dem Mittelalter und bezieht sich auf die kieshaltigen Böden (terre graveleuse). Die Kieselsteine speichern die Sonnenwärme und geben sie in der Nacht an die Reben ab. Dies fördert die Traubenreife. Etwa zwei Drittel der Weingärten sind mit roten und ein Drittel mit weißen Rebsorten bestockt. Es ist außergewöhnlich, dass erstklassige Rot‑ und Weißweine (inkl. Süßweine) in einer Anbauzone produziert werden. Die Rebflächen befinden sich auf einem etwa 50 Kilometer langen Gebiet südlich von Bordeaux am linken Ufer der Garonne. Die an Bordeaux angrenzende Zone Pessac‑Léognan (früher Haut-Graves) erhielt 1987 eine eigene Appellation. Dort befinden sich die besten Weingüter von Graves, besonders das herausragende Château Haut-Brion (Premier Cru Classé von Bordeaux). 1959 wurde eine Klassifizierung für die besten Weingüter von Graves fertiggestellt, die seit 1953 nur für Rotweine galt. Es ist keine Rangliste, sondern eine alphabetische Angabe der Spitzenweingüter mit dem Status Cru Classé de Graves oder mit der Angabe Grand Cru de Graves. Die Rotweine werden vor allem aus den Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc erzeugt, wobei die Cuvées (Mischungen) bei den Weingütern recht verschieden sein können. Typisch sind robuste Rotweine mit präsenten Tanninen und Aromen roter Früchte. Die klassische Weißwein-Kombination besteht aus den Sorten Sauvignon Blanc, Sémillon und Muscadelle. Die Weißweine werden überwiegend trocken ausgebaut. Liebliche Weißweine mit einem etwas höheren Alkoholgehalt werden zumeist als “Graves Supérieures” vermarktet. Für edelsüße Weißweine sind im Süden von Graves die Anbauzonen Barsac, Cérons und Sauternes eingebettet.
Cru Classé de Graves in der heutigen Zeit: Château Bouscaut (Rot und Weiß), Château Carbonnieux (Rot und Weiß), Domaine de Chevalier (Rot und Weiß), Château Couhins (Weiß), Château Couhins-Lurton (Weiß), Château de Fieuzal (Rot), Château Haut-Bailly (Rot), Château Haut-Brion (Rot), Château Latour-Martillac (Rot und Weiß), Château Malartic-Lagravière (Rot und Weiß), Château La Mission Haut-Brion (Rot), Château Olivier (Rot und Weiß), Château Pape Clément (Rot), Château Smith Haut Lafitte (Rot).
Die rote Rebsorte Merlot stammt aus Frankreich und gehört zu den noblen Rebsorten. Sie ist seit Jahrhunderten bekannt und wurde 1784 im Bereich Libournais erstmals als Merlot dokumentarisch erwähnt. Der Name bezieht sich auf die Amsel (merle), die Merlot gerne nascht. Die Sorte hatte damals bereits eine große Bedeutung für den französischen Weinbau und belegt heutzutage den größten Anteil der Rebflächen in Frankreich. In den Bordeaux-Bereichen Pomerol und Saint‑Émilion ist Merlot die Hauptsorte der großen Rotweine und im Médoc Verschnittpartner von Cabernet Sauvignon. In Pomerol werden aus Merlot die berühmten Rotweine der Weingüter Château Pétrus und Château Le Pin nahezu sortenrein gekeltert. Diese zählen zu den besten und teuersten Rotweinen der Welt. Merlot ist auch in Übersee populär und wird in Kalifornien nach Chardonnay und Cabernet Sauvignon am häufigsten angebaut. Die früh reifenden Trauben erbringen fruchtige, körperreiche und vollmundige Weine. Merlot wird häufig als optimale Ergänzung zu Cabernet Sauvignon verwendet, da die Merlot-Trauben weniger Tannine und Säure enthalten und somit als abmildernder Faktor wirken. Sortenreine Merlot-Roweine sind im Vergleich dazu zumeist etwa früher genussreif, aber die körperreichen Spitzenweine können auch Jahrzehnte gelagert werden.
Appellation Contrôlée (AC) ist ein System für die kontrollierte Herkunftsbezeichnung französischer Qualitätsweine. Die vollständige Bezeichnung lautet “Appellation d’Origine Contrôlée” (AOC) und 2009 wurde stattdessen, mit Bezug auf die EU-Weingesetzgebung, die Kategorie “Appellation d’Origine Protégée” (AOP) als geschützte Ursprungsbezeichnung eingeführt. Das Appellations-System umfasst die Güteklassen für die besten Weine. Das wichtigste Kriterium ist die Herkunft (Region, Bereich, Gemeinde) der Trauben. Kommunale Appellationen sind höher bewertet als regionale Appellationen. Die höchsten Einstufungen (Crus Classés = Klassifizierte Gewächse) sind für begrenzte Rebflächen (Lage, Château oder Domaine) unter Berücksichtigung des Terroirs (Bodenbeschaffenheit und Mikroklima) möglich. Die je nach Appellation zu beachtenden Richtlinien beziehen sich auf Weinart (Rotwein, Weißwein, Rosé), zugelassene Rebsorten, Weingartenpflege, Reifegrad der Trauben, Alkoholgehalt, Vinifikation (Art der Weinbereitung) und Produktionsmenge. Eine Qualitätsprüfung ist seit 1974 Voraussetzung für die Vermarktung der Weine unter der Appellations-Angabe. Bei der Produktion von Landweinen (Vin de Pays, IGP) mit regionalem Charakter gelten hingegen weniger strenge Vorgaben und Tafelweine (Vin de Table, Vin Ordinaire, Vin de France) sind einfache Konsumweine ohne genaue Herkunftsangabe.